Anmeldung
Bitte schreibt uns ein paar Sätze darüber, warum ihr euch für dieses Forschungstreffen begeistert und daran teilnehmen wollt.
Wir wollen eine arbeitsfähige Gruppe bleiben, daher möchten wir nicht mehr als ca. 50 Menschen werden. Es kann also sein, dass wir auswählen müssen. Eine klare Ausrichtung und Arbeitsbereitschaft aller Teilnehmenden ist uns genauso wichtig wie ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter (Menschen die sich keinem Geschlecht zuordnen, sind ausdrücklich willkommen).
Wir hoffen auf Jüngere und Ältere und laden Leute mit mehr oder weniger Contact- Erfahrung ein. Gerne auch Menschen die in anderen Feldern (Bildung, Gesundheit, Politik, Organisationsentwicklung...) tätig sind. Wir wollen gemeinsam konkrete Wege ersinnen, wie Contact als Experimentierfeld und transformatorische Praxis genau dort wirksam werden kann.
anmeldung [ät] contactbewegen [punkt] eu
"Getting lost is possibly the first step toward finding new systems."
Steve Paxton
Einladung an alle Interessierten!
An einen Ort jenseits des Gewohnten zu gelangen ist vielleicht der erste Schritt, Neues zu finden. Das Vertraute zu verwerfen, das so verwurzelt ist in unseren Nervensystemen und Gehirnen erfordert Disziplin. Wir versuchen nicht einfach nur, die bekannten Systeme zu verlassen, sondern uns bewusst zu machen, wie sehr wir uns diese Systeme zu eigen gemacht haben. Es ist die Gewohnheit, uns anzupassen, die uns dazu bringen wird, das System fortwährend zu reproduzieren.
in Anlehnung an Steve Paxton
Lasst uns gemeinsam riskieren, bekanntes Land zu verlassen, und Neues erkunden!
Contact Improvisation hat ein Potential für die Welt. Wir wollen forschen - und die Qualitäten der CI für andere gesellschaftliche Felder nutzbar machen.
Wie sieht dieses Potential genau aus?
Wie bringen wir das Nonverbale ins Verbale und umgekehrt?
Was tun wir eigentlich, wenn wir Contact tanzen, welche Haltung üben wir?
Welche Selbstverständlichkeiten gilt es zu hinterfragen, damit CI ein Experimentierfeld für gesellschaftlichen Wandel sein kann?
Welche Bedingungen, welche Unterstützung brauchen wir, um Schritte zu machen?
Wir laden Interessierte ein, mit uns zu forschen. Dabei wollen wir von der konkreten Erfahrung ausgehen, aber es nicht bei der reinen Erfahrung belassen, sondern unsere Erkenntnisse dokumentieren und Strukturen finden, wie CI über Jams und Festivals hinaus wirksam werden kann.
Zum Beispiel:
in der Bildung
als gemeinschaftsbildende Praxis
als Werkzeug für politischen Wandel
in Gesundheitswesen und Pflege
in der Organisationsentwicklung
...und überall, wo Menschen Wege suchen, ihr Lernen und Interagieren im Vertrauen auf Wahrnehmung und Vielfalt zu gestalten anstatt durch Gleichschaltung, Hierarchie und Konsum.
"Das Wunder ist eine Frage des Trainings."
Charles Einstein
Diesen Rahmen stellen wir zur Verfügung:
Räume
Struktur
Moderation
thematische Impulse
Anregungen für eine angemessene Arbeits- und Kommunikationskultur
Das wünschen wir uns von euch:
Bereitschaft sich (verletzlich) zu zeigen
Miteinander auf Augenhöhe
Contact-Grundlagen
eigene Fragen
eine Arbeitshaltung
achtsame Kommunikation
Ergebnisoffenheit
Forschungsgeist
fröhliches Scheitern
Das soll es nicht sein:
ein klassisches Festival
Unterricht
ein Lehrer*innentreffen
Wir haben entschieden, dass die Arbeitsprache deutsch sein soll, damit wir auf Augenhöhe und präzise miteinander kommunizieren können. Wenn deine Muttersprache nicht deutsch ist, bist du natürlich trotzdem willkommen.
Ort:
Das Ganze findet statt in der Gemeinschaft Schloss Tempelhof (bei Crailsheim, Baden-Württemberg), die sich als Zukunftslabor versteht – ein passender Ort, finden wir. Hier wird nach einer Kultur und entsprechenden Strukturen gesucht, die ein würdiges Leben möglich machen. Genau in diesem Geist soll auch unsere Reise stehen.
Heike Pourian
geb.1967
Seit 1992 bin ich freiberuflich tätig als Tanz- und Bewegungspädagogin, Dozentin, Autorin. Schwerpunkt und Herzensanliegen meiner Arbeit ist die Contact Improvisation bzw. die Erforschung ihres Potenzials als Übungs- und Experimentierfeld für den gesellschaftlichen Wandel. Im März 2016 ist meine Textsammlung "Eine berührbare Welt. Contact Improvisation als gesellschaftsbewegend Kultur" erschienen.
Was wünsche ich mir von diesem Forschungstreffen? Dass all die Dinge, über die ich viele Seiten Text geschrieben und monatelang im stillen Kämmerlein nachgedacht habe, Fleisch bekommen, Kontur. Ich möchte Fragen auf den Grund gehen - auch denen, die mich nackt und ratlos dastehen lassen. Und ich möchte Netze knüpfen mit Menschen die auch auf dem Weg sind, dieser wertvollen Arbeit zu mehr Wirksamkeit zu verhelfen: für eine berührbare Welt.
Florian Busch
geb. 1984
Contact hat mich während des Studiums in Freiburg, Lyon und Leipzig begleitet. Überall wo ich hinkam, gab es Orte der Begegnung, wo ich teilnehmen und beitragen durfte. Dass Tanz politisch sein kann, habe ich mit #Occupy erfahren, als wir 2011 unsere PappenJam vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig
aufbauten. Unser Titel: "Die Dynamik einer Bewegung" – damit war alles gesagt.
Was wünsche ich mir von diesem Forschungstreffen?
Mich nährt die contemplative Praxis des Tanzes. Da ist etwas, das ich bisher nur in kleinen, geschlossenen Kreisen zelebrieren kann. Wenn dann dieses Bedürfnis gestillt ist, öffnen sich bei mir die Fenster zur Welt und alle Mauern fallen. Plötzlich komme ich mir lächerlich vor, mit meinem Wunsch nach Geborgenheit.
Wie geht Ihr mit dieser Herausforderung spazieren ?
Ali, Alexandra Schwartz
geb. 1986
lebt als freischaffende Künstlerin mit Tanz als emanzipatorische Praxis in Leipzig;
Als Aktivistin und systemische Therapeutin (i.A.) forscht sie an und in kollektiven Strukturen, um Räume für Selbstermächtigung und Solidarität zu gestalten. Tanzprojekte führten sie u.a. nach NYC, Barcelona, Stockholm, Teheran und Jerusalem/Ramallah; Seit 2016 arbeitet sie mit der multi-abled company Tanzlabor Leipzig. Mit contact bewegen verbindet
sie eine Liebe für die Contact Improvisation als somatische politische Praxis.
ali@contactbewegen.eu, www.alincan.com
Sonja Paffrath
geb.1973
Ich bin seit 20 Jahren dem Geheimnis der Improvisation auf der Spur, schon immer dem Geheimnis des Lebens - und der Verbindung zwischen Beidem.
Auf dieser Reise studierte ich Schauspiel, Musik und Tanz. Ich unterrichte in allen drei künstlerischen Erfahrungsfeldern und begebe mich immer wieder mit dem Wagnis der Improvisation auf die Bühne.
Der Tanz wurde dabei zu meinem bevorzugten Werkzeug.
Was wünsche ich mir vom Forschungstreffen? Die Wirkungsweise von Contact Improvisation zu erforschen und zu versprachlichen. Dabei möchte ich von der physischen Praxis ausgehen, denn die physische Praxis - der Tanz - ist es, dem die Wirkungsweisen innewohnen. Mich interessiert, wie wir diese Wirkungsweisen mehr einladen können sich zu entfalten, ohne sie zu intendieren. Mehr Berührbarkeit entsteht ja nicht dadurch, dass ich sie möchte, sondern dass ich mich zutiefst auf den Tanz in diesem Augenblick einlasse...
Maike Stöckmann
geb. 1966
Tänzerin und Psychologin, Tanzen macht mich lebendig, berührt mich, bringt mich in Kontakt. Als Psychologin forsche ich schon lange zu allem was Menschen lebendig macht, sie in Kontakt bringt mit sich und anderen. Contactimpovisation macht viel möglich, eröffnet ungewohnte Räume, kann auch verunsichern,
macht viele von uns glücklich. Dieses Potential zusammenzutragen, zu beforschen und für neue Orte
nutzbar zu machen, das wünsche ich mir von unserem Forschungstreffen.